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10 April 2016

Fashion Revolution Day 2016 - This is not okay #2


Ich nähe und ich nähe gerne. Ich habe es mir selbst beigebracht. Probiere aus & lerne dazu.
Seit ich nähe hat sich meine Wertschätzung der Stoffe und der Materialien die ich verwende sehr verändert. Auch bei gekaufter Kleidung versuche ich immer mehr auf Herstellung und Qualität zu achten.
Ich kaufe gebraucht Kleidung, gebe Sachen weiter oder verwerte sie.
Und - ich nähe viele Teile selbst.


Auch stelle ich mir immer wieder die Frage wie es möglich ist Textilien, zu solch niedrigen Preisen zu verkaufen. Alleine die Materialien kosten mehr.

Habe ich doch gerade heute mal wieder die Erfahrung gemacht wieviel Blut, Schweiß und Tränen in einem Kleidungsstück stecken können. 
Meine neue Bluse hat mich richtig Nerven gekostet.
Zunächst die Auswahl des Schnitts,  des Stoffes, dann der Zuschnitt (so viele Teile) - die lagen dann erst mal einige Zeit hier rum... 
Heute hab ich mich getraut!
Wenn ich diese Zeit, die ich für das alles brauche, in Geld umrechnen würde und dann kommt noch Material dazu.... Aber ich mache das für mich, meine Familie, manchmal für Freunde und ganz selten für Fremde weil ich Spaß daran habe.

Ja, ich jammere auf hohem Niveau!
Allerdings ist es in meinen Augen sehr wichtig Menschen, darauf aufmerksam zu machen welche Arbeit hinter einem Kleidungsstück steckt.
Und nicht nur das, auch ein sicherer Arbeitsplatz ist wichtig!!!

Ich habe einen solchen Platz in unserem  Haus.

Mein Nähplatz und ich

fashion revolution 2016, mamimade, nähmaschine, stoffregal

Natürlich habe ich vorher aufgeräumt, die Gelegenheit genutzt - sonst wäre mein Nähzimmer (zum Glück habe ich ein eigenes - Tür zu und fertig) nicht vorzeigbar für die Öffentlichkeit.
Ich mache das als Hobby, ich habe Freude am Auswählen der Stoffe und Schnitte. Ich kann entscheiden was ich nähe und wann. Ich bin nicht auf Fristen angewiesen (außer die, die ich mir selber setzte).


Das haben die Menschen, überwiegend Frauen, in z.B. Bangladesh nicht, sie müssen ihre Familien ernähren.
Genau das wird vielen Menschen in der Bekleidungsindustrie zum Verhängnis - sie sind der Willkür der Bekleidungskonzerne ausgesetzt und von Ihnen abhängig.

Am 24. April 2013 stürzte ein Gebäude ein. Es war nicht irgendein Gebäude. Es war kurz zuvor um 3 Stockwerke erweitert worden. Statische Kontrolle oder Genehmigung gab es keine. In Rana Plaza befanden sich eine Bank, ein paar Läden und eine Nähfabrik. Am 23. April, am Tag vor dem Unglück, waren Risse in den Mauern des Gebäudes aufgetaucht,
Das Gebäude war evakuiert worden.
Am nächsten Morgen hielten die Bank und die anderen Läden geschlossen. Zu unsicher. Der Inhaber der Nähfabrik hatte Druck. Wer für die großen Modeketten produziert, produziert auf Termin. Es musste genäht werden. Als wurden die Arbeiterinnen gezwungen in das Gebäude zu gehen. Es wurde ihnen angedroht, dass sie ihren Job verlieren würden. Jobs, mit denen sie ihre Familien erhielten oder unterstützten. Bangladesh ist bettelarm.
Mit einem extrem unguten Gefühl gingen die Frauen in die Fabrik. Kaum waren sie drin, fiel der Strom aus und einige Sekunden danach brach das Gebäude in sich zusammen.
1127 Personen starben.
2438 Personen wurden verletzt.
Unzählig verloren Beine und/oder Arme.
 Zitat - mamimade

Genau deshalb mache ich bei Susannes Aktion mit - Es geht darum Aufmerksam zu machen!

Auch ihr könnt mitmachen bis zum 25.4.2016:
- zeigt euren Nähplatz -> egal ob der Küchentisch, im Garten oder Euer Atelier.

Verlinkt euch bei Susanne & nutzt die Hastags:
 #wearesewing #thisisnotokay und #fashionrevolution in den Sozialen Netzwerken.

Ich freue mich über jeden Beitrag ;)

Liebe Grüsse
Anke

Ältere Beiträge zu diesem Thema könnt ihr hier, hier, hier & hier  nachlesen.


Verlinkt mit Fashion Revolution Day 2016

Kommentare:

  1. Mensch was haben wir für ein Luxus!!! Es gibt Leute die nichts zum anziehen haben und wir finden den "richtigen" Stoff nicht...diese Welt ist viel zu oft ungerecht...schön wenn man auch was kleines in Richtung Gerechtigkeit tun kann.
    Übrigens, ein schönes Nähzimmer.
    Liebe Grüße,
    Lee

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    1. Wie recht du hast!
      Liebe Dank
      Anke

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    2. Kann ich auch nicht besser schreiben. Ein wenig Demut tut uns allen gut! Sehr gut geschrieben, passendere Worte kann ich nicht finden!

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  2. Wunderschöner Beitrag, trauriger Anlass, gemeinsame Aktion!
    Danke Anke!
    Ich freu mich ehrlich!
    GLG
    Susanne

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  3. Liebe Anke,
    das hast du sehr schön geschrieben.
    Mir geht es genauso wie du es beschrieben hast, man geht mit anderen Augen durch die Shoppingmeilen.
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Wie recht du hast - gerade mit Kindern nicht so einfach - H&M, Primemarkt,.....

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  4. Schön, dass du mitmachst!!! Seit ich nähe, sehe ich gerade auch die Textilindustrie mit anderen Augen. Was mich dann aber dann doch irritiert hat - du gehst doch nicht wirklich bei Primark einkaufen??
    wenn es einen Konzern gibt, der billig in der schlimmsten Art und Weise ist, dann doch wohl dieser...
    VG von mupfl

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    1. Nee, da gehe ich nicht einkaufen! Ich war einmal drin auf Wunsch meines Teeni Sohnes und bin quasi Rückwärts wieder raus - allein der Geruch....
      Wenn es allerdings nach ihm gehen würde...
      Hab nen schönen Sonntag
      Anke

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